Fondation pour la Mémoire de la Déportation:
Zeitliche Auslastung:
40
Stunden.
Februar
2002 - Mai 2002
Tätigkeiten:
In den ersten Monaten meines Gedenkdienstes hatte ich
die Möglichkeit alle Arbeitsbereiche der Fondation pour
la Mémoire de la Déportation kennenzulernen.
Die Anwesenheit meiner beiden Kollegen, Adrian Rossmann und
Paul Schieder, in den Monaten Februar und März erleichterte
mir ihre Tätigkeiten sukzessive zu übernehmen.
Neben der Ausführung täglicher Arbeiten, zählten
vor allem die Kontaktaufnahme mit ausländischen Partnerorganisationen
und die Reorganisation des "Centre de Documentation"
(Dokumentationszentrum), eine der Fondation angeschlossene
Spezialbibliothek, zu meinen Hauptaufgaben.
Tägliche Arbeiten:
Neben der Übersetzung eingehender deutschsprachiger
Post ins Französische, gehörte es zu meinem Aufgabenbereich
diverse Dokumente oder Teile aus Büchern, die ausschließlich
in deutscher Sprache existieren, zu übersetzen, um somit
den französischen Kollegen die Arbeit zu erleichtern,
und dazu beizutragen neue Informationen zu finden.
Bei den eingehenden Briefen handelte es sich meist um den
regelmäßig stattfindenden Schriftenverkehr mit
deutschen Gedenkstätten. Antworten verfasste ich größtenteils
selbst oder in Absprache mit meinen Kollegen.
Oft bekommen wir auch Anfragen zum Thema "Zwangsarbeit".
Da die FMD in diesem Zusammenhang leider mit keinen Informationen
dienen kann, leite ich die Briefe an entsprechende Organisationen
weiter.
Überdies übernahm ich die von meinem Kollegen Adrian
Rossmann ausgeführte Tätigkeit, die der Fondation
zugänglichen Tageszeitungen zu lesen, und Artikel betreffend
diverser Themen wie Deportation, Rechtsextremismus, Antisemitismus,
oder Menschenrechte zu archivieren.
Kontaktaufnahme
mit ausländischen Partnerorganisation:
Um dem Kollegen, der sich mit der Internierung in Frankreich beschäftigt, bei seinen Recherchen bezüglich der drei französischen Departements, Moselle, Haut-Rhin und Bas-Rhin, die an das deutsche Reich annektiert wurden, zu unterstützen, verfaßte ich gemeinsam mit meinem Kollegen Paul Schieder eine Anfrage, die wir an 20 deutsche Organisationen richteten. Im genauen fragten wir nach rechtlichen Grundlagen ("Gesetzestexte", zivile oder militärische Verwaltungsverordnungen), die die Inhaftierung aufgrund politischer Repression ermöglichte, sowie nach den Verwaltungskriterien diverser Internierungsstätten.
Im Zuge der folgenden Wochen erhielten wir von fast allen angeschriebenen Organisationen eine Rückmeldung, und ich konnte die zugesandten Informationen (Literaturhinweise, Archivnachweise,…) sammeln, um sie später an meinen französischen Kollegen zu übergeben.
Auf diesem Wege konnten wir die internationalen Beziehungen der FMD erweitern und verschiedenste Organisationen von unseren Tätigkeiten in Kenntnis setzen.
Reorganisation des "Centre de Documentation":
In den Monaten April und Mai arbeitete ich hauptsächlich in dem der FMD angeschlossenem "Centre de Documentation" (Dokumentationszentrum).
Aufgrund des Umzuges der Fondation pour la Mémoire de la Déportation im Jänner dieses Jahres war es nötig eine neue Ordnung in der Bibliothek zu erstellen.
Ich führte somit ein Inventar aller vorhandener Bücher und Videokassetten durch und begann zuletzt damit ein System der Klassifikation auszuarbeiten, um die vorhandenen Dokumente verschiedenen Kategorien zuzuordnen.
Mitarbeit
am Projekt "Valise Expo":
Die von meinen beiden Kollegen Adrian Rossmann und Paul Schieder angefangene Mitarbeit am Projekt der Erstellung einer "Valise Expo" wird nun von mir fortgeführt.
Dabei handelt es sich um die Zusammenstellung einer Sammlung von Fotografien, die für Austellungen zum Thema Deportation oder Holocaust in Schulen gedacht ist, und durch diesen leicht zu transportierenden "Ausstellungskoffer" zur Verfügung gestellt wird.
Ich unterstützte meinen französischen Kollegen bei der Zuordnung der bereits ausgewählten Fotos zu den verschiedenen Quellen ihrer Herkunft (Yad Vashem, United States Holocaust Memorial Museum, Centre de Documentation Juive Contemporaine,…) und den Recherchen bezüglich der Rechte denen sie unterliegen, um sie zu erlangen.
Teilnahme an der Gedenk- und Befreiungsfeier des Lagers Mauthausen, 5. Mai 2002:
Mir wurde die Möglichkeit eingeräumt am 5. Mai 2002 an der alljährlich stattfindenden Gedenk- und Befreiungsfeier des Lagers Mauthausen teilzunehmen. Der bestehende Kontakt der Fondation pour la Mémoire de la Déportation zur Amicale de Mauthausen ermöglichte mir ein Aufeinandertreffen zukünftiger Gedenkdiener mit den an der Feier teilnehmenden Mitgliedern der Amicale zu organisieren, welche sich über das Interesse und Engagement junger Österreicher sehr erfreut zeigten. Nach den Zeremonien hatten wir die einzigartige Möglichkeit die ehemaligen französischen KZ-Häftlinge durch das Lager zu begleiten, wobei sie über ihre schrecklichen Erfahrungen Zeugnis ablegten.
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