Bericht(e) von Mathias Schuster
Dezember 1999 - Juli 2000

Dezember 1999 - März 2000 | April 2000 - Juli 2000

Zeitliche Auslastung:
40 Stunden.

Tätigkeiten:

Dezember 1999 - März 2000:
A. Forschung:
Hilfe bei der Durchführung von Recherchen zur Internierung und Deportation von französischen Staatsbürgern während der deutschen Besetzung:

Dabei führte ich in erster Linie Recherchen über die Orte der Internierung französischer Staatsbürger in Frankreich, aber auch in den französischen Kolonien und in Mitteleuropa durch. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um das Lesen diverser Studien und Informationsunterlagen zu den verschiedenen Internierungsstätten und um das anschließende Eintragen der betreffenden Orte in die Liste der Internierungsstätten, sowie die Sammlung und Erfassung der Unterlagen zu den einzelnen Internierungsorten. Weiters habe ich beim halbjährlichen Treffen der "Kommission der Internierung", gemeinsam mit Vertretern anderer Einrichtungen, die sich mit der vollständigen Auflistung der Internierungsstätten beschäftigen, teilgenommen.


B. Aufrechterhaltung der Beziehungen der Institution mit anderen Einrichtungen zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus in Deutschland und in Österreich:

Um die Zusammenarbeit der Fondation pour la Mémoire de la Déportation mit zahlreichen Gedenkstätten und Museen im deutschsprachigen Raum aufrechtzuerhalten, mußte ich gemeinsam mit dem zweiten Gedenkdiener Mathias Schuster Anfragen und Antwortschreiben für verschiedene Einrichtungen, wie die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die Gedenkstätte Sachsenhausen, die Stiftung Topographie des Terrors, die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten,..., in Rücksprache mit den jeweils zuständigen Mitarbeitern verfassen und die eintreffenden Briefe auf Französisch übersetzen.


C. Öffentlichkeitsarbeit:
Pädagogische und kommunikative Aufgaben bei der Vermittlung des Wissens über die Verbrechen und Mißbräuche der Nationalsozialisten gegen die französische Bevölkerung während der Deportation:

Da im Dokumentationszentrum der Fondation pour la Mémoire de la Déportation noch keine vollständige Auflistung des Bestandes an diversen universitären Arbeiten zu den Themen Internierung und Deportation und Biographien verschiedener Opfer des Nationalsozialismus existierte, habe ich, um Studenten und anderen Interessenten ihre Nachforschungen im Dokumentationszentrum der Fondation pour la Mémoire de la Déportation zu erleichtern, eine solche Liste erstellt und gemeinsam mit dem zweiten Gedenkdiener Mathias Schuster ein neues Ordnungssystem für die Bücher über die Internierung und Deportation, sowie für den Bestand an Videokassetten ausgearbeitet.
Gemeinsam mit dem Informatiker der Fondation pour la Mémoire de la Déportation arbeite ich an der Erstellung einer Internetdatenbank, die alle gesammelten Werke, die sich im Dokumentationszentrum der Stiftung befinden, erfassen soll, um somit allen Interressenten die Suche nach Einzelheiten bei den Themen Internierung und Deportation zu erleichtern und das Wissen über die Deportation weltweit über das Internet zu verbreiten. Gemeinsam mit dem zweiten Gedenkdiener habe ich auch begonnen die CD-ROM "Mémoires de la Déportation" (Gedenken an die Deportation) auf Deutsch zu übersetzen, um ein größeres Zielpublikum ansprechen zu können. Weiters habe ich an den von der Fondation pour la Mémoire de la Déportation mitorganisierten Veranstaltungen zu den Themen "Französische Internierungslager von 1939 - 1944" und "Nationalsozialistische Lager: Warum, wie, danach?" teilgenommen. Die Erstgenannte fand im Rahmen des Tages der Studien über die Deportation und die Shoah in einer Schule im 18. Pariser Bezirk, und die Zweitgenannte im Rahmen einer Diskussion zwischen verschiedenen Zeitzeugen an der Sorbonne, der Pariser Universität, statt.

Aussicht auf die nächsten Monate:

In den nächsten Monaten werde ich wie bisher den Kontakt zwischen den Gedenkeinrichtungen Deutschlands und Österreichs mit der Fondation pour la Mémoire de la Déportation aufrechterhalten, die Studien über die Internierungsorte und deportierten Personen weiterführen, die Internetdatenbank erweitern und die CD-ROM "Mémoires de la Déportation" (Gedenken an die Deportation) auf Deutsch weiterübersetzen.

April 2000 - Juli 2000:
Allgemeines
Von 15. bis 18. Mai 2000 konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht bei meiner Einsatzstelle erscheinen. In diesem Berichtzeitraum hatte ich die folgenden 10 Urlaubstage: 25.-28. April 2000, 24.-28. Juli 2000 sowie den 31. Juli 2000.

A. Forschung:
Meine Aufgabe in diesem Bereich war es die bereits von mir begonnenen Recherchen für die "Kommission für Internierung" der Fondation pour la Mémoire de la Déportation mit Hilfe diverser deutscher und französischer Materialien fortzuführen, um dadurch die Auflistung aller Internierungslager Frankreichs und der darin deportierten Personen zu erweitern. Da alle an diesem Projekt mitarbeitenden Personen bisher schon über 650 Internierungslager gefunden haben, begann ich mit dem dafür zuständigen Mitarbeiter mögliche Fehler durch eine Verifikation aller katalogisierten Informationen zu beseitigen, um die Genauigkeit der Forschungen sicherzustellen.
Außerdem nahm ich am 13. Juni 2000 an einem weiteren Meeting der "Kommission für Internierung" teil, bei dem die Ergebnisse der Recherchen präsentiert und die weitere Arbeit koordiniert wurden.
Eine neue Studie der Fondation pour la Mémoire de la Déportation beschäftigt sich mit Recherchen über französische Deportierte in den deutschen Lagern der ehemaligen Sowjetunion. Da zu diesem Thema zahlreiche Publikationen und anderes Material nur auf Deutsch vorhanden sind, übersetzte ich die darin gefundenen relevanten Stellen auf Französisch, um vielseitigere Forschungsergebnisse erzielen zu können. Für dieses Projekt recherchierte ich gemeinsam mit dem zweiten Gedenkdiener Marko Vojinovic im Informationszentrum der Deutschen Botschaft in Paris, in dem wir im Bundesgesetzblatt reichhaltige Listen an Lagern fanden.

B. Aufrechterhaltung der Beziehungen der Institution mit anderen Einrichtungen zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus in Deutschland und in Österreich:

In diesem Berichtzeitraum trafen Briefe der Stiftung Topographie des Terrors Berlin, der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten bei der Fondation pour la Mémoire de la Déportation ausschließlich auf Deutsch ein. Diese wurden von mir gemeinsam mit dem zweiten Gedenkdiener Marko Vojinovic auf Französisch übersetzt, danach dementsprechende Antwortschreiben verfasst und versendet. Ebenso übersetzte ich die für Recherchen relevanten Teile des beigelegten Informationsmaterials und der aktuellsten Publikationen dieser Einrichtungen, die ich auch teilweise telefonisch oder schriftlich anforderte.
Außerdem kontaktierte ich die zuständigen Mitarbeiter des deutsch-historischen Museums in Berlin und der Stiftung Topographie des Terrors, um weitere Forschungsergebnisse oder andere Unterlagen zu erhalten, die der Fondation pour la Mémoire de la Déportation bei der Studie über Internierungslager hilfreich sein könnten.

C. Öffentlichkeitsarbeit:
Pädagogische und kommunikative Aufgaben bei der Vermittlung des Wissens über die Verbrechen und Mißbräuche der Nationalsozialisten gegen die französische Bevölkerung während der Deportation:

Die Fondation pour la Mémoire de la Déportation setzte sich als Ziel eine deutsche Version der von ihr publizierten CD-ROM "Mémoires de la Déportation" (Gedenken an die Deportation) zu erstellen, um somit nach der Fertigstellung auch deutschsprachige Personen über die Verbrechen und Missbräuche der Nationalsozialisten gegen die französische Bevölkerung während der Deportation noch effizienter informieren zu können. Im Rahmen der bereits im letzten Berichtzeitraum begonnenen Übersetzung dieser CD-ROM auf Deutsch stellte ich gemeinsam mit dem zweiten Gedenkdiener Marko Vojinovic die Kapitel "Hintergründe des Nationalsozialismus", "Konzentrationslager Mauthausen" und "System der Konzentrationslager" fertig und begann das gleiche Vorhaben mit dem Kapitel "Konzentrationslager Buchenwald". Bei mehreren Präsentationen der CD-ROM an Außenstehende sowie an Partnerorganisationen der Fondation pour la Mémoire de la Déportation wirkte ich ebenfalls mit und führte bei dieser Gelegenheit die bisherigen Ergebnisse der Übersetzungsarbeit gemeinsam mit dem zweiten Gedenkdiener vor. Ferner wurde die Übersetzung eines französischen Textes, der die pädagogischen Prinzipien der CD-ROM erläutert, durchgeführt.
Im Dokumentationszentrum leistete ich den zu Forschungszwecken gekommen Besuchern Hilfestellung bei der Suche nach dort archivierten Publikationen und nahm teilweise die der Fondation pour la Mémoire de la Déportation gespendeten Bücher und sonstigen Unterlagen über die Deportation entgegen.
Um die Datenbank der Fondation pour la Mémoire de la Déportation für alle Interessierten durch verschiedenste Suchmechanismen zu vereinfachen und schneller zugänglich zu machen, wurden von mir die gesamten Schlüsselwörter des Bereiches "Konsequenzen und Gedenken" eingegeben. Die schon vorhandenen Daten der interaktiven Bibliothek wurden außerdem durch das Hinzufügen zahlreicher Inhaltsangaben der im Dokumentationszentrum aufbewahrten Bücher von mir erweitert. Ebenso digitalisierte ich die von Partnerorganisationen zur Verfügung gestellten Photos des Lagers Compiègne und anderer Internierungsstätten und nahm diese danach in der Photothek der Datenbank auf.

Aussicht auf die nächsten Monate:

In den nächsten Monaten werde ich vor allem weitere Kapitel der CD-ROM "Mémoires de la Déportation" (Gedenken an die Deportation) übersetzen, die Recherchen für die "Kommission für Internierung" fortführen, die Teilnahme der Fondation pour la Mémoire de la Déportation beim Internet-Gedenkstättenforum der Stiftung Topographie des Terrors vorbereiten und den Kontakt mit den anderen Gedenkeinrichtungen Deutschlands und Österreichs weiterhin aufrechterhalten.