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Zeitliche Auslastung:
wöchentliche Arbeitszeit 42,5 Stunden
Tätigkeiten:
Mai 2001 - August
2001:
I. Einschulungsphase
Nach meinem Dienstantritt am Institute of Contemporary History
and Wiener Library in London mit 1. Mai 2001 habe ich in einer
dreiwöchigen Einschulungsphase die Abteilungen des Hauses
kennengelernt, indem ich mit den MitarbeiterInnen in den einzelnen
Bereichen der Bibliothek und des Archivs jeweils zwei bis
drei Tage zusammengearbeitet habe. Unter der Aufsicht des
leitenden Bibliothekars Colin Clarke wurden mir dabei die
Aufgaben der einzelnen BibliothekarInnen und ArchivarInnen
vorgestellt und ich in alle wesentlichen Arbeitsschritte eingeschult,
mit denen ich in meiner Funktion als Gedenkdiener betraut
bin.
Nach dieser Einarbeitung wurde meine Arbeitswoche in einen
prinzipiell fixen, aber den jeweiligen Bedürfnissen flexibel
anzupassenden Stundenplan eingeteilt. Während ich montags
zur BesucherInnenbetreuung im Leseraum des Hauses eingeteilt
bin, verbringe ich Dienstag und Donnerstag mit Katalogisierungsarbeiten.
Mittwoch und Freitag schließlich bin ich mit Archivarbeiten
beschäftigt.
Im Einzelnen verteilte sich meine wöchentliche Arbeitszeit
nach der Einschulungsphase im oben genannten Berichtszeitraum
auf folgende, im Dienstplan vertraglich festgelegte, Tätigkeiten:
II. Bibliotheksarbeit
· BesucherInnenbetreuung, Bearbeitung schriftlicher,
telefonischer und per E-Mail gesandter Anfragen. Die Beaufsichtigung
des Leseraumes der Wiener Library und die Betreuung von LeserInnen
ist ein zentraler Aspekt meiner Tätigkeit. Neben administratorischen
Tätigkeiten wie der Registrierung eines Besuchers/einer
Besucherin als neuem/r LeserIn beziehungsweise der Einschreibung
in ein Mitgliederverzeichnis müssen die BesucherInnen
vor allem in das komplexe Klassifizierungssystem, das verwendete
Computersystem "Genesis" und die Kataloge für
das Zeitschriften-, das Zeitungsausschnitt-, das Video- und
das Photoarchiv eingeführt werden. Da sich die von den
BenutzerInnen mittels Bestellschein angeforderten Materialien
zum größten Teil nicht im Leseraum befinden, müssen
diese aus den Kellerräumen geholt werden. Für detaillierte
bzw. spezielle Fragestellungen oder Forschungsvorhaben sind
häufig für den/die LeserIn zeitaufwendige Recherchen
durchzuführen. Ähnliche Recherchen sind auch immer
wieder für Anfragen, die schriftlich, telefonisch oder
per E-Mail aus aller Welt an die Wiener Library gestellt werden,
durchzuführen. Soweit dies aus urheberrechtlichen Gründen
möglich ist und sinnvoll erscheint, werden dabei auch
Photokopien von Zeitungsausschnitten, Buchseiten oder Originaldokumenten
versandt.
· Mithilfe beim "Retrospective Cataloguing".
Die schrittweise Umstellung des Zettelkataloges auf ein digitales
Verbundsystem erfordert vor- und nachbereitende Arbeiten,
um deren Durchführung ich an meinen Bibliothekstagen
- nach Bedarf auch an anderen Wochentagen - gebeten werde.
Neben dem Entfernen von Karteikarten von bereits digital erfaßten
Büchern und Pamphlets, der Kennzeichnung von Büchern
als Eigentum der Wiener Library und der Bereitsstellung der
von den "Retrospective CataloguerInnen" zu bearbeitenden
Bücher umfassen diese Arbeiten auch einfachere Konservierungsmaßnahmen
fragiler Bücher und Pamphlets. Eine meiner regelmäßigen
Aufgaben im Zusammenhang mit dem "Retrospective Cataloguing"
ist auch die Eingabe von neu zu klassifierenden Zeitschriftenartikeln
in das Bibliothekssystem der Library.
III. Archivarbeit
· Katalogisierung und Konservierung von nicht publizierten
Dokumenten. An meinen Archivtagen (wie oben ausgeführt
im Regelfall Mittwoch und Freitag) bin ich mit der Aufarbeitung
teilweise noch ungesichteten Archivmaterials beschäftigt.
Unter der Anleitung des Archivars Howard Falksohn bin ich
in einem ersten Schritt mit der Sichtung und Ordnung der Dokumente
beschäftigt. Dabei sind häufig auch Konservierungsarbeiten
an den Dokumenten durchzuführen, die eine archivgerechte
weitere Lagerung ermöglichen.
In einem zweiten Arbeitsschritt erfolgt die Erfassung der
Dokumente in einer Datenbank und die Erstellung einer Kurzbeschreibung
zu jedem Dokument bzw. jeder Dokumentensammlung, die einen
leichteren Zugang für künftige NutzerInnen der Materialien
ermöglichen soll. Die Erstellung dieser Kurzbeschreibungen
erfordert häufig umfangreiche Recherchen in den Beständen
der Bibliothek und ist daher entsprechend zeitaufwendig.
IV. Weitere Tätigkeiten
· Mithilfe bei der Veranstaltung akademischer Veranstaltungen.
Im Berichtszeitraum war ich bei der Organisation und administrativen
Abwicklung der am 30. Mai 2001 stattfindenen Präsentation
des Buches von Ronald Zweig "German reparations and the
Jewish world" in den Räumen der Wiener Library behilflich.
· Projektbezogene Recherchearbeiten. In der Woche vom
23.-27. Juli 2001 war ich mit Recherchearbeiten für das
von Bibliothekar Dr. Edgar Flecker betreute "Belgium
Project" (ein Forschungsprojekt zu belgischen jüdischen
Widerstandsgruppen) in den Beständen der Wiener Library
beschäftigt.
· Übersetzungsarbeiten. In unregelmäßigen
Abständen fertigte ich Übersetzungen von englischen
Briefen ins Deutsche bzw. von deutschen Zeitungsartikeln und
Dokumenten ins Englische an.
· Bürotätigkeiten. Neben den zuvor beschriebenen
Aufgaben verrichtete ich im Berichtszeitraum eine Reihe von
administrativen Tätigkeiten: Telefon- und Rezeptionsdienst
(Urlaubs- und Krankenstandsvertretungen), Kopieren, Abfassen
von Briefen, Rechnungslegungen (Recherchegebühren), Internetrecherchen,
etc.
V. Abschließende Bemerkungen
Die ersten Monate meines Gedenkdienstes am Institute of Contemporary
History and Wiener Library waren trotz der Probleme, die sich
aus der finanziell schwierigen Situation eines Auslandszivildienstes
ergeben, eine wertvolle Erfahrung für mich und ich konnte
einen Einblick in die verschiedenen Abteilungen und Tätigkeiten
des Instituts gewinnen.
Besonders interessant und gewinnbringend war es für
mich, die in meinem Geschichtestudium erworbenen Kenntnisse
und Fähigkeiten in die Arbeit des Instituts einzubringen.
Vor allem aber war der persönliche Kontakt mit den im
Haus als VoluntärInnen arbeitenden ZeitzeugInnen und
den am Institut arbeitenden WissenschaftlerInnen eine wertvolle
Bereicherung für mich. Die ausschließlich positiven
Rückmeldungen, die ich auf meine Arbeit hier erfahren
habe, haben erneut bestätigt, wie wichtig und sinnvoll
der Gedenkdienst an einer Holocaust-Einrichtung ist.
September 2001 -
Dezember 2001:
I. Vorbemerkungen
Die in meinem ersten Tätigkeitsbericht ausgeführte
Einteilung meiner wöchentlichen Arbeitszeit in einen
fixen Wochenplan ist auch im oben genannten Berichtszeitraum
im wesentlichen beibehalten wurden (Montag BesucherInnenbetreuung
im Leseraum des Hauses, Dienstag und Donnerstag Katalogisierungsarbeiten,
Mittwoch und Freitag Archiv). Aufgrund zahlreicher Urlaubsvertretungen
in der BesucherInnenbetreuung und meiner Mitwirkung an der
Vorbereitung und Durchführung der Herbstvorlesungsreihe
der Wiener Library wurde jedoch des öfteren auch von
dieser Einteilung abgewichen.
Im Einzelnen verteilte sich meine wöchentliche Arbeitszeit
auf folgende, im Dienstplan vertraglich festgelegte, Tätigkeiten:
II. Bibliotheksarbeit
· BesucherInnenbetreuung, Bearbeitung schriftlicher,
telefonischer und per E-Mail gesandter Anfragen. Die Beaufsichtigung
des Leseraumes der Wiener Library und die Betreuung von LeserInnen
war auch im vorliegenden Berichtszeitraum ein zentraler Aspekt
meiner Tätigkeit. Wie in meinem ersten Taetigkeitsbericht
vom 31. August ausgeführt, muessen dabei neben administratorischen
Tätigkeiten - wie der Registrierung eines Besuchers/einer
Besucherin als neuem/r LeserIn beziehungsweise der Einschreibung
in ein Mitgliederverzeichnis - die BesucherInnen vor allem
in das komplexe Klassifizierungssystem, das verwendete Computersystem
"Genesis" und die Kataloge für das Zeitschriften-,
das Zeitungsausschnitt-, das Video- und das Photoarchiv eingeführt
werden. Da sich die von den BenutzerInnen mittels Bestellschein
angeforderten Materialien zum größten Teil nicht
im Leseraum befinden, müssen diese aus den Kellerräumen
beigebracht werden. Für detaillierte bzw. spezielle Fragestellungen
oder Forschungsvorhaben waren häufig für den/die
LeserIn zeitaufwendige Recherchen durchzuführen. Ähnliche
Recherchen waren auch immer wieder für Anfragen, die
schriftlich, telefonisch oder per E-Mail aus aller Welt an
die Wiener Library gestellt wurden, durchzuführen. In
mehreren Faellen habe ich dabei - soweit dies aus urheberrechtlichen
Gründen möglich und nach meinem Ermessen sinnvoll
war - auch Photokopien von Zeitungsausschnitten, Buchseiten
oder Originaldokumenten an WissenschaftlerInnen, JournalistInnen,
Institutionen aber auch Privatpersonen versandt.
· Mithilfe beim "Retrospective Cataloguing".
Neben dem Entfernen von Karteikarten von bereits digital erfaßten
Büchern und Pamphlets aus dem Zettelkatalog, der Kennzeichnung
von Büchern als Eigentum der Wiener Library und der Bereitsstellung
der von den "Retrospective CataloguerInnen" zu bearbeitenden
Bücher umfassten diese Arbeiten auch einfachere Konservierungsmaßnahmen
fragiler Bücher und Pamphlets. Die Eingabe von neu zu
klassifierenden Zeitschriftenartikeln in das Bibliothekssystem
der Library war eine weitere Aufgabe in diesem Zusammenhang.
III. Archivarbeit
· Katalogisierung und Konservierung von nicht publizierten
Dokumenten. An meinen Archivtagen war ich im Berichtszeitraum
weiterhin mit der Aufarbeitung teilweise noch ungesichteten
Archivmaterials beschäftigt. Neben der Sichtung und Ordnung
der Dokumente und Konservierungsarbeiten, die eine archivgerechte
weitere Lagerung der Dokumente ermöglichen, war es in
diesem Zusammenhang eine meiner Aufgaben, Bestandsverzeichnisse
mit einer Kurzbeschreibung zu jedem Dokument bzw. jeder Dokumentensammlung
zu erstellen, die einen leichteren Zugang für künftige
NutzerInnen der Materialien ermöglichen sollen. Die Erstellung
dieser Kurzbeschreibungen erforderte häufig umfangreiche
Recherchen in den Beständen der Bibliothek beziehungsweise
Anfragen bei anderen Forschungseinrichtungen und Institutionen
und war daher in zahlreichen Faellen entsprechend zeitaufwendig.
IV. Mitarbeit bei der Organisation akademischer Veranstaltungen
Im Berichtszeitraum war ich an der Organisation und Durchführung
sieben akadamischer Vorträge sowie einer wissenschaftlichen
Konferenz beteiligt. Meine Mithilfe umfaßte v.a. die
Vorbereitung der Räumlichkeiten, den Empfang der Gäste,
die Beaufsichtigung der Veranstaltungen sowie administratorische
Arbeiten im Vor- und Nachfeld. Im Einzelnen handelte es dabei
um folgende Veranstaltungen:
· Konferenz: "Towards Normality?" Patterns
of Assimilation and Acculturation within German-speaking Jewry.
Conference at Claire College, Cambridge, 9-13. September 2001
· Wiener Library Autumn Lecture Series:
1 Dr. Amy Gottlieb: Emigration of Jewish Displaced Persons
in the Post-War Period, 10 October 2001
2 Dr. Donald Bloxham: Genocide on trial. The War Crimes Trials
in the formation of Holocaust history and memory, 17 October
2001
3 Professor Paul Weindling: The Survivor as Witness. German
medical war crimes and allied trials, 24 October 2001
4 Professor John Klier: Holocaust Memorialisation in Post-Communist
Russia, 31 Ocotober 2001
5 Terry Charman: Swing under the Swastika. Nazi policy towards
jazz and swing music and the fate of the Dutch swing musicians
Johnny and Jones, 7 November 2001
6 Monica Lowenberg: "Be a good Jewish child and make
sure you learn something". The educational experiences
of German-Jewish children in Nazi Germany and Great Britain
1933-1945, 14 November 2001
7 Dr. Sue Vice: The Holocaust ">>from below".
Children's-eye perspectives of the Holocaust, 21. November
2001
V. Weitere Tätigkeiten
· Mitarbeit bei der Erstellung der "Wiener Library
News. The Newsletter of the Institute of Contemporary History
and Wiener Library". Für die im Herbst 2001 erschienene
38. Nummer des Newsletters habe ich einen Artikel über
das Projekt Gedenkdienst und meine Arbeit als Gedenkdiener
an der Wiener Library (Seite 2), einen "Progress Report"
über den Stand des von der National Lottery finanzierten
Improvement-Programms (Seite 3) und eine Buchrezension des
Buches von Margit Reiter: Unter Antisemitismus-Verdacht: die
österreichische Linke und Israel nach der Shoah. Innsbruck:
Studien-Verlag 2001 (Seite 5) verfaßt. Gemeinsam mit
Direktor Barkow, dem Herausgeber des Newsletters, war ich
auch bei der Auswahl der abgedruckten Archivbilder (White
Russian antisemitic postcards, Seite 4) beteiligt.
· Übersetzungsarbeiten. In unregelmäßigen
Abständen fertigte ich Übersetzungen von englischen
Briefen ins Deutsche bzw. von deutschen Zeitungsartikeln und
Dokumenten ins Englische an.
· Mithilfe bei der konzeptionellen Gestaltung einer
Database. Bei der Gestaltung einer Bibliotheksdatenbank konnte
ich mit konzeptionellen Hinweisen und Verbesserungsvorschlägen
behilflich sein.
· Durchführung eines Oral History Interviews.
Für das Internet-ZeitzeugInnenprojekt meiner Entsendeorganisation
führten Peter Stadlbauer vom National Yad Vashem Charitable
Trust, London und ich am 9. Oktober 2001 (11 bis 13 Uhr) in
den Räumen der Wiener Library ein Interview mit dem 1939
aus Österreich emigrierten Martin Goldenberg, der wesentlich
an der Organisation und Durchführung der "Kindertransporte"
nach Grossbritannien beteiligt war und seit mehreren Jahren
als Voluntär an der Wiener Library arbeitet. Das Interview
wurde auf Tonband aufgezeichnet und transkribiert. Eine Kopie
der Transkription befindet sich bereits im Archiv der Wiener
Library, die Veroeffentlichung auf www.gedenkdienst.org ist
in Vorbereitung.
· Bürotätigkeiten. Neben den zuvor beschriebenen
Aufgaben verrichtete ich im Berichtszeitraum eine Reihe von
administrativen Tätigkeiten: Telefon- und Rezeptionsdienst
(Urlaubs- und Krankenstandsvertretungen), Kopieren, Abfassen
von Briefen, Rechnungslegungen (Recherchegebühren), Internetrecherchen,
etc.
VI. Abschließende Bemerkungen
Die in meinem ersten Tätigkeitsbericht vom 31. August
d.J. getroffenen positiven Einschätzungen meines Auslandszivildienstes
am Institute of Contemporary History and Wiener Library in
London haben sich auch in den folgenden Monaten meiner Arbeit
hier uneingeschränkt bestätigt. Vor allem der Artikel
im Newsletter der Wiener Library, mein Einsatz in der BesucherInnenbetreuung
im Leseraum des Hauses und bei den akademischen Veranstaltungen
der Wiener Library haben mir zahlreiche Gelegenheiten gegeben,
über meine Arbeit am Institut und das Projekt Gedenkdienst
insgesamt zu informieren. Das große Interesse und die
ausschließlich zustimmenden Rückmeldungen, die
ich dabei erfahren haben, haben mich in meiner Einschätzung
ebenso bestärkt wie das Schreiben, in dem Direktor Barkow
am 22. Oktober d.J. Bundespräsident Dr. Klestil seiner
besonderen Wertschätzung des Projekts Ausdruck verliehen
und sich mit der Bitte an ihn gewandt hat, sich für den
Gedenkdienst in Anbetracht der schwierigen Situation des Auslandszivildienstes
einzusetzen.
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