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Zeitliche Auslastung:
Die woechentliche Arbeitszeit betraegt 42,5 Stunden.
Die Wiener Library ist Bibliothek und Archiv zugleich. Sie
sammelt Dokumente, Zeitschriften, Zeitungsausschnitte, TV-Dokumentationen
zu den Themen Nationalsozialismus, Neonationalsozialismus,
faschistischen, xenophoben, rechtsextremen und fremdenfeindlichen
Bewegungen und Parteien. Die Wiener Library sammelt auch Zeugnisse
des Widerstandes.
Tätigkeiten:
Juni 2000 - September
2000:
Ein Teil meiner Arbeit besteht in der Erstellung eines Index
von Zeitungsartikeln aus deutschen und oesterreichischen Printmedien
der Jahre 1945 bis 1955. Man findet darin vor allem Meldungen
ueber Kriegsverbrecherprozesse, ungenuegende Denazifizierung,
Verdraengung und Wiederholung der Vergangenheit, neonazistischen
Bewegungen und Parteigruendungen, Wiedereingliederung nationalsozialistischer
Personen in die Staatsapparate, die Verbreitung revisionistischen
Gedankengutes, die Rolle der Justiz in der Verharmlosung des
Nationalsozialismus usw.
Eine andere Aufgabe besteht in der Katalogisierung von Videoaufnahmen.
Die Videosektion der Wiener Library nimmt regelmaessig Dokumentationen,
die vorwiegend im britischen Fernsehen gesendet wurden, auf.
Altmodische Datentraeger, wie etwa Kaertchen oder andere antiquierte
Traegersysteme, werden auf digitale Medien überspielt.
Diese Konformierung der verschiedenen Datentraeger soll den
Nutzern das Leben leichter machen.
Am 11.06. veranstaltete die Wiener Library in Zusammenarbeit
mit dem Austrian Cultural Institute, der Association Of Jewish
Refugees und der Second Generation Trust einen Vortrags- und
Diskussionsabend mit dem Thema: "Another Country? Austria
from Past to Present". Es wurde nach Gruenden fuer den
Aufstieg einer rechtspopulistischen Partei gefragt, die bilateralen
Sanktionen der EU-14 diskutiert usw. Meine Aufgabe bestand
in der Mithilfe der Organisation und dem reibungslosen Ablauf
der Veranstaltung.
Ich beantwortete Anfragen, zum Beispiel über das Vorhandensein
bestimmter Bücher oder nach den Beständen der Library
zu bestimmten Themen. Andere Fragen waren eher technischer
Natur: Wann hat die Library geoeffnet? Wieviel kostet eine
Mitgliedschaft? Gibt es Mitgliedschaften zu ermäßigten
Beiträgen? Darf man die Library auch besuchen, wenn man
kein Mitglied ist?
Der Leseraum muss beaufsichtigt, telefonische Anfragen müssen
beantwortet werden. Bücher und andere Materialien müssen
gesucht und den Besucherinnen und Besuchern ausgehaendigt
werden. Die Besucherinnen und Besucher muessen in das komplexe
Katalogisierungssystem eingefuehrt werden. Allgemeine Fragen
sollen fachkundig beantwortet werden.
Auch die im englischen Sprachraum so genannten "periodicals"
mussten sortiert werden, da sie im laufe der Zeit aus ihrer
alphabetischen Ordnung geraten waren. Dabei wurde auch der
Bestand auf Vollständigkeit untersucht und ein Katalog
erstellt, was auch den Suchbehelfen im Lesesaal zugute kam.
Philipp Manes verbrachte mehrer Jahre seines Lebens in Theresienstadt.
Er hat hunderte Seiten geschrieben und dabei persoenliche
Erfahrungen aufgezeichnet. Um diese Dokumente vor dem Verfall
zu schuetzen, wurden sie mikrogefilmt, wofür ich Titelseiten
erstellte, um die Navigation
zu erleichtern.
Ich uebersetze Briefe vom Englischen ins Deutsche.
Manchmal war nach für die Bibliothek relevanten Themen
im Internet zu recherchieren. Die Fundergebnisse waren auszudrucken
und in die Bestände der Bibliothek einzugliedern.
Oktober 2000 - Januar
2001:
1. In unregelmaessigen Intervallen gibt die Wiener Library
einen Newsletter heraus, im dem Themenbereiche rund um den
Holocaust behandelt werden. Ich durfte einen Artikel verfassen,
der zwei Ausstellungsstuecke zweier Austellungen in London
behandelte: Das Auschwitz-Modell in der Ausstellung "Holocaust"
im Imperial War Museum und das Kunstwerk "Hell"
in der Ausstellung "Apocalypse - Beauty and Horror in
Contemporary Art" in der Royal Academy. Sowohl das Ausschwitz-Modell,
ein massstabgetreues Modell des KZ Auschwitz als auch das
furchteinfloessende Kunstwerk "Hell" von Jake und
Dinos Chapman nehmen Bezug auf den Holocaust, allerdings in
sehr unterschiedlicher Weise. Das Auschwitz Modell soll Teil
einer
Geschichtsrepraesentation sein, Hell thematisiert den Holocaust
eher als Metapher des Horrors.
2.
Es war eine meiner Aufgaben, Vorarbeiten für die Umstellung
des Katalogsystems von analog auf digital zu leisten. Dabei
ist es wichtig, den analogen Katalog zu prüfen und obsolet
gewordene Einträge zu entfernen, um Redundanzen zu vermeiden.
Dies beschleunigt auch die
nachfolgende Dateneingabe, da nur mehr einmalige Einträge
erstellt werden müssen.
3.
Wiederholt konnte ich Kollegen und Kolleginnen bei der Benutzung
der Computersysteme in der Library helfen, was bald eine meiner
ständigen Aufgaben wurde.
4.
Erstmals in der Geschichte Englands fand am 27.01.2001 der
Holocaust Memorial Day statt. Die Wiener Library hat dazu
unterschiedliche Gaeste in die Raeumlichkeiten der Bibliothek
geladen: Kuenstler, Journalisten, Schriftsteller etc. Der
Wiener Library ging es vor allem darum, jene Personen anzusprechen,
die einen kreativen Umgang mit den Bestaenden der Library
pflegen. Die Wiener Library hat auch selbst eine kleine Ausstellung
konzipiert, vor allem Fotos aus den
reichhaltigen Bestaenden der Library wurden dafuer verwendet.
Ich durfte bei der Realisierung mithelfen, Fotos reproduzieren,
das Layout mitgestalten, Planen vorbereitet, Graphiken erstellt
und die Veranstaltung videogefilmt. Am Sonntag fanden dann
zwei Vortraege in der Library statt, Peter Pulzer sprach darueber,
woran wir uns erinnern koennten, Peter Longerich reflektierte
ueber
Holocaustforschung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
und ich nahm das alles auf Tonband auf.
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