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Zeitliche Auslastung:
Ich habe meinen Gedenkdienst an der Wiener Library am
1. Oktober 1998 angetreten. Entsprechend den zuvor getroffenen
Vereinbarungen wurde ich im Verlaufe des ersten Monats in
verschiedene Taetigkeitsbereichte eingewiesen.
Die woechentliche Arbeitszeit betraegt 42,5 Stunden
Tätigkeiten:
Oktober 1998:
Um einen ersten Eindruck von den umfangreichen Bestaenden
zu bekommen und die dahinterstehende Organisation kennenzulernen,
war ich waehrend der ersten vier Wochen, gemeinsam mit einem
Bibliothekar, damit beschaeftigt, Buecher, Dokumente und andere
Materialien auszuheben, bzw. nach deren Lektuere wieder ins
Archiv zurueckzubringen.
Die Bestaende der Bibliothek sind im allgemeinen folgenden
Themen zuzuordnen:
Moderne juedische Geschichte
Judentum und Mittlerer Ostern
Rassismus und Faschismus
Antisemitismus
Erster Weltkrieg
Weimarer Republik
Machtergreifung der NSDAP
Das Dritte Reich
Zweiter Weltkrieg
Holocaust
Nachkriegs-Deutschland und Wiedervereinigung
Kalter Krieg
Ob der umfangreichen Bestaende wird es wohl einige Zeit dauern,
bis aus einem groben Ueberblick ein Wissen um die Bestaende
entsteht. Besonders kompliziert erscheint eine Orientierung
in der Dokumenten-Abteilung. Dort gestaltet sich die Suche
nach den vielfach original vorhandenen Titel besonders schwierig.
Eine weitere Aufgabe in Sachen Einfuehrung in die Bibliotheksbestaende
war die Archivierung neu angelieferter Materialien fuer das
Zeitschriftendepot.
Abgesehen von diesen Taetigkeiten bekam ich eine erste Einfuehrung
in Sachen Beantwortung von schriftlichen wie muendlichen Anfragen.
Dazu war es in einigen Faellen erforderlich, kleinere Recherchen
im Haus durchzufuehren und die Ergebnisse den Fragestellern,
zumeist schriftlich, mitzuteilen.
Im Rahmen der genannten Taetigkeiten entsteht haeufig Kontakt
mit den Volontaeren. Diese zumeist aelteren Menschen arbeiten
unentgeltlich fuer die Wiener Library. Sie sind zumeist vor
dem NS-Regime gefluechtet und haben oft juedische Wurzeln.
Diese Kontakte schaetze ich besonders, denn die Berichte dieser
Zeitzeugen ermoeglichen mir ein besseres Verstaendnis dieses
Zeitabschnittes. Umgekehrt habe ich die Moeglichkeit, ueber
die derzeitigen (politischen) Verhaeltnisse in Oesterreich
zu berichten.
Arbeitszeit:
Ich arbeite taeglich (von Montag bis Freitag) von 9.00 bis
17.30 Uhr - unterbrochen von einer Stunde Mittagspause.
Zusaetzlich an zwei Abenden von 18.00 bis 20.30 Uhr. Waehrend
dieser Zeit werden in aller Regel die von den Lesern konsultierten
Materialien an ihre Plaetze zurueckgebracht.
Ende Oktober organisierte die Wiener Library eine Ausstellung,
die and der Royal Academy of Art gezeitgt wurde und den Zweck
eines fund-raising verfolgte. Deshalb wurde ein Gutteil dieser
Zeit fuer die Organisation dieser Veranstaltung aufgewandt.
November 1998:
Wie schon im Vormonat Oktober wurde ich weiterhin von einem
Bibliothekar eingeschult.
Darueber hinaus wurde ich auch in die Arbeit des hauseigenen
Fotoarchives eingewiesen. Auch dort sind die Bestaende beeindruckend.
Leider ist es aber ausgesprochen schwierig, einen Ueberblick
ueber die Bestaende zu gewinnen, nicht zuletzt deswegen, weil
die derzeitige Organisation des Materials eine provisorische
ist. Es wird derzeit an der Anschaffung der noetigen Soft-
und Hardware zur elektronischen Archivierung gearbeitet. Dies
soll zum einen eine bessere Verwaltung und Konservierung ermoeglichen,
langfristig ist daran gedacht, die Bilder via Internet zugaenglich
zu machen. Das Archiv wird von Lesern, aber auch von Journalisten
benuetzt. Zumeist wird nach konkreten Anfragen geeignetes
Material zur Dokumentation verschiedenster Begebenheiten ausgehoben
und weitergeleitet. Haeufig ist es auch notwendig, Abzuege
anzufertigen, die dann weitergereicht werden.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Auswertung eines Namenskataloges
der Opfer des Konzentrationslagers Mauthausen. Hierfuer habe
ich eine Datenbank errichtet, die eine effizientere Suche
nach vermissten Personen erlauben sollte. Sodann war ich damit
beschaeftigt, die Daten einzugeben. Nach intensiven Arbeiten
an diesem Projekt hat eine Recherche ergeben, dass die Republik
Oesterreich derzeit an einem aehnlichen Projekt arbeitet.
Deshalb wurde diese Arbeit bis auf weiteres zurueckgestellt.
Schliesslich organisierte die Wiener Library im November einige
Abendveranstaltungen, an deren teils umfangreichen Vorbereitungen
und Durchfuehrungen ich ebenso miteinbezogen wurde (administrative
Vorarbeiten, Rezeptionsdienst, Registrierung der Gaeste, Kartenausgabe,
Betreuung der Verstaerkeranlage, etc.):
9. November 1998:
60th Anniversary of Kristallnacht W. Kaczynski/F. Knoller
19. November 1998:
Britain and Refugees Dr. Jo Reilly, u. a.
26. November 1998:
Tradition, Contorversy and Progression of Knowledge (
)
F. Rayard
Abgesehen von der Veranstaltung am 19. November, sie wurde
gemeinsam mit der Belsize Square Synagogue ausgerichtet, fanden
die Veranstaltungen in der Wiener Library statt.
Darueber hinaus wurde am 17. November 1998 ein eintaegiges
Seminar zum Thema Gender, Rauma and Dreativity organisiert.
Auch dabei assistierte ich den Organisatoren. Durch diese
Veranstaltungen sind eine Reihe von Ueberstunden entstanden.
Es wurde vereinbart, diese zu einem spaeteren Zeitpunkt abzubauen.
Willkommene Abwechslungen waren eine Buchpraesentation des
Direktors der Wiener Library im House of Commons und eine
weitere, die in der Wiener Library stattgefunden hat.
Dezember 1998:
Ich arbeitete im Dezember in jenen Bereichen, in die ich
waehrend der beiden Vormonate eingeschult wurde. Daruber hinaus
wurde das Einschulungsprogramm abgeschlossen, in dem ich in
die Behandlung von fragilen Materialien eingewiesen wurde.
Dies sind vor allem Originalausgaben von Zeitungen, die teilweise
aus den 1930er und 1940er Jahren stammen. Diese Materialien
werden liegend und in speziellen Mappen gelagert. Kompliziertere
Konservierungsarbeiten werden allerdings ausser Haus durchgefuehrt.
Darueber hinaus habe ich, je nach Erfordernis, entweder Datenbanken
oder Handlisten erstellt. Damit ist ein raschere Lokalisierung
gegeben und eine einfachere Archivierung von Materialien erreicht.
Abgesehen davon schrieb ich an einem kurzen Artikel ueber
die Invasion in Polen. Er war fuer das Journal of Holocaust
Education bestimmt.
Eine weitere Taetigkeit hat sich im Bereich des Recherchierens
ergeben.
Meine Aufgabe im Rahmen dieses langfristigen Projekts ist
das Auffinden von Homepages von Museen, Instituten etc., die
sich im selben Forschungsfeld wie die Wiener Library betaetigen.
Andererseits will man einen Ueberblick ueber die Publikationen
von rechtsextremen Organisationen gewinnen. Die Ergebnisse
beider Recherchen sollen nach Abschluss des Projektes den
Lesern der Wiener Library zugaenglich gemacht werden.
Damit war im Dezember die Phase meiner Einschulung an der
Wiener Library abgeschlossen. Die verschiedenen Taetigkeiten
wurden enstrechend ihrer Dringlichkeit erledigt. Dadurch ergibt
sich ein flexibler Tages- und Wochenablauf. Aufgrund der vielen
verschiedenen Dinge, die zu erledigen sind, gestaltet sich
der Gedenkdienst an der Wiener Library interessant und wird
durch die vielfachen Kontakte mit Lesern, Volontaeren, Studenten
und Forschern bereichert.
In diesem Monat fand nur eine Abendveranstaltung statt. Robin
O'Neil sprach zum Thema "Belzec: The Emergence of Genocide
in the Galician District".
Ueberstunden sind aber dennoch entstanden; und zwar durch
die Organisation der Verteilung des Newsletters, einer Publikation
der Wiener Library, die zumeist zweimal jaehrlich erscheint.
Ausserdem wurde ich mehr und mehr in die Vorbereitung der
Veranstaltungsreihe "The Holocaust in History" eingebunden,
die von Dr. Jo Reilly von der Wiener Library geleitet wird.
Januar 1999:
Vom 4. Jaenner bis zum 30. Jaenner hatte ich Urlaub.
Februar 1999:
Bis zum 10. Februar 1999 habe ich meine Ueberstunden abgebaut
und war in Oesterreich. Die Wiener Library hat mir waehrenddessen
den Auftrag gegeben, in Oesterreich Literaturrecherchen durchzufuehren.
Zum einen wurde ich gebeten, Materialien ueber das Leben an
Schulen und Universitaeten waehrend der NS-Zeit zu besorgen,
um diese Informationen in einer Anne-Frank-Ausstellung zu
verwenden, die speziell auf Schulen und Universitaeten abgestimmt
ist und in England gezeigt wird. Die Basis ist uebrigens jene
Anne-Frank-Ausstellung, die bereits in Wien gezeigt wurde.
Man erhoffte sich vor Ort eine bessere Quellenlage.
Andererseits suchte ich nach allgemeinen Monographien zu den
Themen der Wiener Library, mit dem Ziel, Quellen ausfindig
zu machen, um die die Bestaende der Wiener Library ergaenzt
werden koennten. Diese Recherchen habe ich vor allem an den
Bibliotheken der Universitaeten Salzburg und Linz durchgefuehrt.
Mit dem Ergebnis dieser Arbeiten kam ich am 20. Feber 1999
nach London zurueck.
Bis zum Ende des Monats war ich in all jenen Bereichen taetig,
in die ich zuvor eingeschult wurde.
März 1999:
Ich erledigte im Verlaufe dieses Monats die Taetigkeiten,
in die ich waehrend der Monate zuvor eingeschult wurde. Es
wurde mir uebertragen, Anfragen zu beantworten und gegebenenfalls
die noetigen Recherchen durchzufuehren. Dies bedingte manchmal
die Kontaktaufnahme mit Botschaften anderer Laender. So habe
ich mich im Zuge meiner Recherchen an die Schweizerische oder
Deutsche Botschaft gewandt, um die noetigen Informationen
zu sammeln. Ausserdem sind oft Recherchen im hauseigenen Fotoarchiv
notwendig.
Da ich nunmehr ueber einen ausreichenden Ueberblick ueber
die Bestaende der Bibliothek verfuege, ist es mir nun moeglich,
auch die Leser direkt zu bedienen und bei ihrer Suche zu unterstuetzen.
Daher bin ich immer wieder als Bibliothekar im Leseraum taetig.
Weiterhin ist es regelmaessig meine Aufgabe, fragile Materialien
einer dementsprechenden Behandlung zuzufuehren.
Die Recherchen im Internet werden ebenfalls weiter durchgefuehrt.
Ein neuer Schwerpunkt meiner Arbeit hat sich im Rahmen des
Katalogisierens ergeben. Dabei werden nicht nur neue Ankaeufe
elektronisch erfasst, sondern der gesamte Bestand. Mir faellt
dabei zumeist die Aufgabe zu, die zu katalogisierenden Buecher
auszuheben und zum zustaendigen Bibliothekar zu transportieren.
Gegebenenfalls sind hinterher (nun nicht mehr notwendige)
Karten aus den jeweiligen Katalogen zu ziehen. Jedenfalls
muessen die Buecher hinterher an ihren Platz zurueckgebracht
werden. Die Katalogisierung des gesamten Bestandes wird einige
Jahre in Anspruch nehmen.
Ausserdem haben in diesem Monat wieder zwei Abendveranstaltungen
stattgefunden, an deren Vorbereitung und Durchfuehrung ich
beteiligt war:
3. Maerz 1999:
Art in Extremismus:Creativity in the Holocaust (Monica Bohm-Duchen)
18. Maerz 1999:
In the sight of the FBI: German exile writers in the files
of the American secret service (Prof. A. Stephan)
April 1999:
Neben den Taetigkeiten, die zu meinem Aufgabenbereich zaehlen
- Beantwortung von Anfragen, Bibliothekarsdienst, Archivierungsarbeiten
und Behandlung fragiler Materialien etc - hat sich in diesem
Monat ein weiterer Schwerpunkt ergeben: Die Familie Manes
hat der Wiener Library die Aufzeichnungen von Philip Manes
zur Verfuegung gestellt.
Zunaechst wurde die mehr als 10.000 Seiten umfassende Sammlung
von den Bibliothekaren gesichtet und kommentiert. Da sich
die vielfach handschriftlichen Originaldokumente in einem
schlechten Zustand befinden, werden die wesentlichen Dokumente
nun fuer eine Mikroverfilmung vorbereitet. Damit kann die
Sammlung, sie dokumentiert den Werdegang und den tragischen
Tod des Philip Manes im Konzentrationslager Auschwitz, auch
den Lesern zugaenglich gemacht werden. Nachdem also eine erste
Selektion des Materials stattgefunden hat, muessen nun Titelseiten
angefertigt werde, um den Lesern die Suche nach einzelnen,
verfilmten Dokumenten zu erleichtern. Dies ist im Zuge dieses
Projektes meine Hauptaufgabe.
Eine weitere, neue Aufgabe, wenngleich weniger zeitintensiv,
ist die Einschulung von Volontaeren der Wiener Library auf
Textverarbeitungsprogrammen. Dies soll ihnen die Moeglichkeit
geben, Schriftstuecke nunmehr auf dem Computer zu verfassen.
In diesem Monat fand zwar nur eine Abendveranstaltung statt;
Frau Prof. Elenore J. Weitzman sprach am 29. April zum Thema
"Women in the Holocaust". Wie gewoehnlich war ich
wieder in Vorbereitung und Durchfuehrung eingebunden. Andererseits
aber laufen die Vorbereitungen der Abendveranstaltungen fuer
den Monat Mai bereits. Es wird im naechsten Monat fuenf derartiger
Veranstaltungen geben. Wie schon in einem anderen Bericht
angesprochen, werden die Arbeiten entsprechend ihrer Dringlichkeit
erledigt. Es ist daher nicht moeglich, einen expliziten Zeitplan
aufzustellen, der festlegen wuerde, wann welche Arbeit zu
erledigen ist.
Mai 1999:
Wie in den Berichten ueber die vorangegangenen Monate bereits
erwaehnt, hat sich nach der Phase der Einschulung an der Wiener
Library eine stetige Ausdehnenung meines Taetigkeitsbereiches
ergeben. Derzeit kann dieser wie folgt zusammengefasst werden:
Behandlung von schriftlichen und muendlichen Anfragen, Durchfuehrung
der damit verbundenen Recherchen (manchmal auch an anderen
Instituten, z. B. German Historical Insititute)
Vorarbeiten zur Katalogisierung des Biblitoheksbestandes
Bibliotheksdienst (Unterstuetzung der Leser bei ihrer Literatursuche,
Ausheben der Materialien)
Aufbereitung der Manes-Dokumente zur Mikroverfilmung
Computer-Einschulung fuer Volontaere
Mitarbeit bei der Organisation und Durchfuehrung von (Abend)Veranstaltungen
Fuer den Mai 1999 ist festzuhalten, dass sich der Zeitaufwand
fuer die Einschulung auf Textverarbeitungsprogrammen erhoeht
hat.
Weiters habe ich wieder zwei neue Taetigkeiten verrichtet.
So war ich an der Erstellung des Layouts des Newsletters,
einer zumeist zweimal jaehrlich erscheinenden Publikation
der Wiener Library, beteiligt. Ausserdem steht die Produktion
des Journal of Holocaust Education an. Auch daran wurde ich
beteiligt, etwa formatierte ich die von den Autoren zugesandten
Texte. Dies wird jedoch keine permanente Taetigkeit sein,
da die genannten Publikationen nur zweimal im Jahr erscheinen.
Nach mehreren Anschlaegen auf Minderheiten befuerchtete die
Wiener Library ob ihrer Verbindungen zur juedischen Gemeinde,
selbst Opfer eines Anschlages zu werden. Deshalb wurde die
Rezeption in den ersten Wochen des Monats Mai waehrend der
gesamten Oeffnungszeit der Bibliothek besetzt, was sonst nicht
unbedingt der Fall ist.
Auch ich wurde zu dieser Arbeit herangezogen. Dabei sind vor
allem die Telefonzentrale zu bedienen, gegebenenfalls werden
Auskuenfte direkt gegeben.
Nachdem sich keine weiteren Anschlaege ereignet haben, wurde
ich in der Mai-Woche nurmehr als Vertretung in dringenden
Faellen an der Rezeption eingesetzt.
Dieses Monat habe die folgenden Veranstaltungen stattgefunden,
an derern Organisation und Durchfuehrung ich auf die uebliche
Weise beteiligt war (Rezeptionsdienst, technische Vorbereitung,
Registrierung der Besucher, Ticketausgabe, etc):
5.5.1999
Schizophrenia and Ambivlaence: Western Society and Genocide
at the Millenium
Dr. Mark Levene
9.5.1999
The Formation of a Refugee Commity Identity: 'AJR Information',
1946-1950
Dr. Anthony Grenville
12.5.1999
The Jew in English Literature: Beyound Antisemitism
Dr. Bryan Cheyette
13.5.1999
Countering fascism in Cyberspace
Ken McVay
18.5.1999
The Uncanny Arts of Memorial Architecture: Daniel Libeskind's
Design for the Jewish Museum in Berlin
Prof. James E. Young
Weil der Arbeitsaufwand in diesem Monat generell nicht so
hoch war, ist es gelungen, beinahe die gesamten mit den Veranstaltungen
zusammenhaengenden Arbeiten waehrend der regulaeren Arbeitszeit
zu erledigen. Lediglich die Veranstaltung von Dr. Grenville,
sie fand an einem Sonntag nachmittag statt, fiel nicht in
die Arbeitszeit. Diese Veranstaltung wurde uebrigens im Hoersaal
einer nahegelegenen Universitaet durchgefuehrt, weil es derart
viele Interessenten gab, dass sie in der Wiener Library nicht
untergebracht haetten koennen. Die Leseraum der Wiener Library
koennen etwa 50 Zuhoerer untergebracht werden. Diese Veranstaltungen
werden im Rahmen des Jubilaeums des 60jaehrigen Bestehens
der Wiener Library in London organisiert.
Die erste Veranstaltungsreihe ist nunmehr abgeschlossen. Ueber
die Sommermonate gibt es eine Pause.
Juni 1999:
Ab dem 1. September 1999 war die "Wiener Library"
fuer Leser wieder zugaenglich. Dadurch machte ich erstmals
Bekanntschaft mit den verschiedenen Anfragen, die sich so
im Laufe eines Tages ergeben. Einerseits beobachtete ich die
Bibliothekare, die gerade Dienst hatten, um spaeter selbst
diese Arbeit uebernehmen zu koennen, andererseits wurde ich
schon mit eigenen Anfragen anvertraut.
Hauptsaechlich war ich allerdings mit der Uebersetzung des
Vorwortes des Buches "Deportationsbuch der in den Jahren
1942 bis 1945 von Leipzig aus gewaltsam verschickten Juden"
von Adolf Diamant, beschaeftigt. Dieses Buch beinhaltet eine
Liste von 2,557 deportierten Juden.
Zwei weitere Aufgaben waren die Bestaende zu ueberpruefen
und die Unterstuetzung eines Bibliothekars beim "Retrospective
cataloging". Von Zeit zu Zeit habe ich auch, gemeinsam
mit Bernhard Diwald, im Archiv gearbeitet. Dort waren wir
mit der Einlagerung von Dokumenten, die wegen der Renovierung
der Buecherei zuvor ausgelagert wurden, beschaeftigt.
Am Ende des Monats September wurde mir eine neue Arbeit zugeteilt:
ich war eine laengere Zeit mit der Archivierung von Pamphleten
beschaeftigt, damit ihr Erhalt auch in Zukunft sichergestellt
werden kann. Diese Arbeit wird mich auch im Oktober noch laenger
in Anspruch nehmen.
Juli 1999:
Im Monat Juli hat sich kein neues Aufgabenfeld ergeben, abgesehen
von den Vorarbeiten zur Umlagerung der Bestaende der Bibliothek.
Daher war ich in den letzten Tagen dieses Monats beschaeftigt,
Behaelter fuer den Transport und die Lagerung der Buecher
vorzubereiten und an den vorgegebenen Stellen im Gebaeude
zu plazieren. Im Juli war ich ueberdurchschnittlich oft als
Bibliothekar taetig, d. h. im Leseraum fuer die Betreuung
der Leser eingesetzt. Dabei wird den Lesern beim Auffinden
der gewuenschten Literatur geholfen und diese anschliessend
ausgehoben.
Darueber hinaus beantwortete ich Anfragen und fuehrte die
damit verbundenen Recherchen durch. Das Projekt der Archivierung
von Internet-Homepages wurde weitergefuehrt. Allerdings ist
es noch nicht gelungen, eine den Anforderungen entsprechende
Software zu finden. Ebenso war ich weiterhin an der Computer-Einschulung
fuer Volontaere beteiligt.
Allgemeines
Wie bereits im letzten Bericht erwaehnt, ist die Bibliothek
von 2. August bis 1. September 1999 geschlossen. In dieser
Zeit werden neue Regale installiert. Daher muessen die gesamten
Bestaende kurzfristig ausgelagert werden.
Ebenso wird eine Inventur durchgefuehrt werden. Dies wird
im Monat August zu veraenderten Aufgaben fuehren. Ab September
wird der regulaere Betrieb wieder aufgenommen. Ferner stehen
dann die Feiern zum 60jaehrigen Bestehen der Wiener Library
in London an.
Ein neuer Zivildiener, Benedikt Kronberger, hat seinen Dienst
am 2. August angetreten.
August 1999:
Mazower Collection
1993 ist das Buch Inside Hitlers Greece. The Experience of
Occupation, 1941 44 von Mark Mazower erschienen. Der Autor
ueberantwortete die gesamten Materialien (Kopien und Dokumente)
der Wiener Library. Die umfangreiche Sammlung wurde kategorisiert
und anschliessend eine Handliste erstellt, um den Lesern Zugang
zu den Materialien zu ermoeglichen. Dabei ergab sich die Moeglichkeit,
den neuen Gedenkdiener Kronberger in grundsaetzliche Bibliotheksarbeiten
einzufuehren.
Umbauarbeiten
Wie im Bericht des Vormonates bereits erwaehnt, war die Wiener
Library im August geschlossen, da neue Regale installiert
wurden. Daher mussten die gesamten Bestaende umgelagert werden.
Ich war an diesen Arbeiten ebenso beteiligt, wie an geringfuegigen
Renovierungsarbeiten in den betroffenen Raeumlichkeiten.
Anglo-Austrian Society
Die Anglo-Austrian Society trat erstmals 1944 in Erscheinung.
Eine ihrer Zielsetzungen war die Etablierung guter Beziehungen
zwischen England und Oesterreich, um vor allem demokratische
Bemuehungen in Oesterreich zu unterstuetzen. Abgesehen davon
engagierte sich die Anglo-Austrian Society, Veranstaltungen
oesterreichischer Kuenstler im Vereinigten Koenigreich zu
organisieren. Leider ist es fuer die Anglo-Austrian Society
nur mehr in sehr begrenztem Ausmass moeglich, weiterhin taetig
zu bleiben. Daher hat man der Wiener Library angeboten, die
Archive zu uebernehmen und ihren Lesern zugaenglich zu machen.
Nach mehrmaligen Besuchen und Sichtungen der Bestaende, wurde
das Archiv unter meiner Beteiligung im vergangenen Monat in
der Wiener Library eingelagert.
Recherchen
Obwohl die Bibliothek geschlossen war, wurden einige Anfragen
gestellt. Wie ueblich war ich mit den damit verbundenen Recherchen
betraut und unterstuetzte damit Dr. Jo Reilly und Colin Clarke
(Head Librarian).
Internet
Das Projekt zur Archvierung von Internet-Homepages wurde fortgesetzt.
Ausserdem habe ich einige Recherchen im Internet durchgefuehrt.
Vom 16. bis 20. August hatte ich Urlaub.
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