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Junge Österreicher leisten
in Israel "Gedenkdienst" bei Yad Vashem und im Anita-Müller-Cohen-Elternheim
Seit 1992 haben zivildienstpflichtige Österreicher die
Möglichkeit, an ausländischen Holocaust-Gedenk-
und Forschungsstätten zu arbeiten; ihr Dienst dauert
14 Monate und wird vom Innenministerium als Zivildienstersatz
angerechnet. Trägerorganisation ist der Verein "Gedenkdienst",
der sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, zur Aufklärungsarbeit
und Bewußtseinsbildung über die Auswirkungen des
Nationalsozialismus und der Beteiligung von Österreichern
beizutragen. Der Verein ist politisch unabhängig und
wurde von Dr. Andreas Maislinger gegründet.
Die Arbeit richtet sich nach den Anforderungen der Gedenk-
und Forschungsstätten, zur Zeit wird an folgenden Instituten
gearbeit: Yad Vashem, Museum Auschwitz-Birkenau, Gedenkstätte
Theresienstadt, Zentralrat der Juden in der Ukraine, US Holocaust
Memorial Musemu, Leo-Baeck-Institute New York, Anne-Frank-Haus.
Darüber hinaus wird demnächst die Arbeit im jüdischen
Museum Wilna, der Theresieastädter Initiative, dem Holocaust
Zentrum in Budapest, der Fondation Auschwitz in Brüssel
und dem jüdischen Museum Warschau aufgenommen.
Der Leistung des Gedenkdienstes geht eine mehrjährige
Vorbereitungszeit voran, in der sich die Kandidaten intensiv
mit der Geschichte und dem Erbe des Holocaust, der besonderen
Rolle Österreiehs, der Geschichte des Judentums und mit
aktuellen Diskussionen auseinandersetzen. Die Vorbereitung
in Österreich umfaßt auch die Organisation von
Informationsveranstaltungen, Filmvorführungen und Vortragsreihen,
Schulprojekte, Öffentlichkeitsarbeit, etc. - Beiträge,
um die Erinnerung an den Holocaust im mahnenden Gedenken wachzuhalten.
Seit dem Frühjahr 1999 arbeiten junge Österreicher
im Archiv von Yad Vashem, darüberhinaus waren sie an
der Organisation von deutschsprachigen Holocaust-Seminaren
und Ausstellungen z.B. "Theresienstadtausstellung".
beteiligt. Einen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit stellt der
Kontakt zu ehemaligen Osterreichern und den israelisch-österreichischen
Freundschaftsgesellschaften dar.
Durch den Bescheid des öterreichischen Innenministeriums
vom 6. März 1996 ist es nun möglich, daß österreichische
Zivildienstpflichtige im Rahmen des Projektes "Gedenkdienst"
im Anita-Müller-Cohen-Elternheim in Ramat Chen arbeiten.
Seit April 1996 arbeitet dort Paulus Adelsgruber. In Israel
sind somit erstmals an zwei verschiedenen Orten Gedenkdienstleistende
tätig. Das Projekt "Gedenkdienst" hat damit
aber auch seinen Arbeitsbereich verändert, indem es neben
der Arbeit an Holocaust-Gedenk- und Forschungsstätten
nun erstmals auch im Sozialbereich tätig ist, um so den
Überlebenden gegenüber ein Zeichen zu setzen und
ihnen direkt zu helfen. Der Kontakt mit ihnen ermöglicht
den jungen Menschen eine besseren Umgang mit der Geschichte,
der für das Verständnis und die Aufarbeitung der
Vergangenheit, aber auch für die Verantwortung für
die Gegenwart und der Zukunft sehr wichtig ist.
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